Willi Schnitzler - Reiseschriftsteller und Lektor

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Unterwegs: Tanger

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© Tanger

Von fern scheint Tanger eine weitere der vielen andalusischen Städte zu sein, die ich bereist habe, und ich weiß, dass nicht wenige aus Granada hier ihre zweite Heimat hatten.

Die gekalkten Wände der Häuser verstärken die schreiende Helligkeit. 
Ein Minarett überragt die Stadt. Betulich nähern wir uns dem Hafen und passieren ein einsames Fischerboot, das leckt und einen Mann zwingt, mit bloßen Händen hin und wieder Wasser aus dem Bug ins Meer zu schaufeln. Doch kaum hat die Fähre angelegt, sind die Neugierigen einer nach dem anderen über die eisernen Treppchen nach unten verschwunden und drängeln sich mit den Übrigen um eine geschlossene Tür, die den Weg nach draußen bedeutet. Es ist wie ein Unwetter von Stimmen, das ringsum tobt.

Während ich langsam in der Schlange vorrücke und den Rücken der hölzernen Gangway hinuntergehe, weiß ich, dass ich eine Grenze überschritten habe. Andalusiens liebliches Gesicht sehe ich in einer Traube winkender Arme verschwinden. Ich höre eine neue Sprache, ich rieche vom Wind herbeigeschafften Fisch, ich schmecke eine feine Trockenheit auf meiner Zunge. In einem scheinbar unentwirrbaren Knäuel stehen Polizisten, Wartende und, wie sich herausstellt, eine erkleckliche Anzahl von Führern, die mit Affenneugier die Ankömmlinge taxieren.

 



 
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